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Klartext – eine oft unbekannte Sprache

Klar, ungetrübt, unverfälscht. Für mich ist es meistens einfach, denn ich stehe zu mir und meiner Haltung und beschäftige mich viel mit dem Thema Kommunikation. Doch in den letzten Jahren fällt mir eines immer mehr auf, dass erwachsene Menschen nicht den Wert und vor allem den Unterschied (einiger für mich) sehr wichtigen Worte erkennen.

Reden, kommunizieren, ratschen: Die Bezeichnungen stehen für mich für einen gegenseitigen Austausch, der sachlicher, fachlicher oder emotionaler Natur sein kann. Themen von A bis Z. Leicht, humorvoll, tiefgründig, seicht, schwer, queer, alles darf und nichts muss – dem Fluss des Miteinanders folgen.

Erzählen, berichten: Beides bedeutet für mich, dass es darum geht, Informationen mitzuteilen, die über sich oder Dritte sein können.

Tratschen, Lästern: Beides ist für mich etwas, was ich bei gereiften Erwachsenen sehr traurig finde, da vor allem beim Lästern die Wertschätzung fehlt und es oft abwertend und/oder sogar boshaft ist. Ich finde das hinterfotzig und falsch, Punkt.

Menschen, die über Dritte reden, ohne den Schneid zu haben, von Angesicht zu Angesicht die persönliche Wahrnehmung und/oder Meinung mitzuteilen, sind arm dran. Diese Menschen verdienen in meinen Augen viel Mitgefühl. Da ist definitiv noch Raum für Wachstum und es darf noch viel gelernt werden. Sich zeigen, zu sich stehen, aushalten dass nicht jeder einer Meinung ist und vor allem die Kommunikation! Mit den Werten fange ich gar nicht erst an. Ich sehe solche Begegnungen als eine Einladung, um die Demut zu üben, Werte im Miteinander zu überprüfen und sich auch die Frage zu stellen, welche Menschen ich um mich haben möchte. Doch auch zu lernen, dass manche Worte nicht gesagt werden müssen, wenn die Erfahrung zeigt, dass der Empfänger keinen Zugang hat und auf unterschiedlichen Frequenzen gefunkt wird.

Welches Geschenk oder welche Chance liegt in der Sprache?

So viele Menschen reden und sagen nichts. Wie auch, wenn kein Raum für die Selbstbegegnung da ist. Wie möchte ICH etwas mitteilen, wenn ich gar nicht weiß, wer ich bin und was meine Haltung ist.

Mitteilen, ich teile mich mit, ich lasse jemanden an meinen Gedanken, Gefühlen, Empfindungen, Emotionen und an meinem Leben anTEILhaben. Wo bleibt da oft die Wertschätzung für den Mut, für das Vertrauen, für die Offenheit.

Was erwartest du in der Kommunikation von deinem Gegenüber?

Bist du bereit, das Gleiche zu geben?

Wann hast du das letzte Mal bewusst die Achtsamkeit auf die Sprache gelenkt?

Wie oft spürst du dem Gehörten nach? Was hat es in dir ausgelöst? Gedanken? Gefühle?

Hast du deine Reaktion darauf kommuniziert oder für dich nochmal angesehen?

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